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VeraCrypt: verschlüsselte Container anlegen
VeraCrypt Schritt für Schritt: Download prüfen, verschlüsselten Container anlegen, einbinden, USB-Sticks verschlüsseln und versteckte Volumes verstehen.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- VeraCrypt ist eine kostenlose, quelloffene Verschlüsselungssoftware für Windows, macOS und Linux; aktuell ist Version 1.26.29 vom Juni 2026.
- Am einfachsten ist ein verschlüsselter Container: eine Datei, die du wie ein Laufwerk einbindest.
- VeraCrypt verschlüsselt auch USB-Sticks, externe Festplatten und das Windows-Systemlaufwerk.
- Versteckte Volumes ermöglichen glaubhafte Abstreitbarkeit – mit wichtigen Einschränkungen.
Inhalt
VeraCrypt ist eine kostenlose, quelloffene Software zum Verschlüsseln von Dateien, Laufwerken und ganzen Systemen. Am einfachsten startest du mit einem verschlüsselten Container: einer Datei, die du mit deinem Passwort wie ein zusätzliches Laufwerk einbindest. Alles, was du hineinlegst, wird automatisch verschlüsselt. Aktuell ist Version 1.26.29 vom 9. Juni 2026.
Was VeraCrypt kann
| Funktion | Wofür |
|---|---|
| Verschlüsselter Container | Eine Datei als „Tresor“, leicht zu sichern und zu verschieben |
| Partition oder Datenträger | USB-Sticks und externe Festplatten vollständig verschlüsseln |
| Systemverschlüsselung | Windows-Systemlaufwerk mit Passwortabfrage vor dem Start |
| Verstecktes Volume | Ein zweiter Bereich im Container, dessen Existenz sich nicht nachweisen lässt |
| Verstecktes Betriebssystem | Ein zweites, verborgenes Windows |
VeraCrypt läuft unter Windows, macOS und Linux; Container lassen sich zwischen den Systemen austauschen und auch in Tails öffnen.
Schritt 1: Herunterladen und prüfen
Lade VeraCrypt von der offiziellen Website. Zur Prüfung nennt das Projekt den Fingerabdruck seines Signaturschlüssels:
5069 A233 D55A 0EEB 174A 5FC3 821A CD02 680D 16DE
Zusätzlich veröffentlicht es SHA256- und SHA512-Prüfsummen. Wie die Prüfung funktioniert, erklärt PGP-Signaturen prüfen.
Schritt 2: Einen Container erstellen
- Starte VeraCrypt und klicke auf Volume erstellen.
- Wähle Eine verschlüsselte Containerdatei erstellen.
- Wähle Standard-VeraCrypt-Volume.
- Lege den Speicherort und Dateinamen fest. Ein unauffälliger Name verrät nicht, dass es sich um einen Container handelt.
- Übernimm die vorgeschlagene Verschlüsselung (AES) und den Hash-Algorithmus.
- Wähle die Größe – so groß, wie du Platz brauchst.
- Lege das Passwort fest: eine Passphrase aus mehreren zufälligen Wörtern oder ein langes Zufallspasswort aus deinem Passwortmanager.
- Bewege die Maus zufällig im Fenster, bis der Balken voll ist. Das erzeugt Zufallsdaten für die Schlüssel.
- Klicke auf Formatieren.
Die Bezeichnungen können je nach Version und Sprache leicht abweichen.
Schritt 3: Einbinden und nutzen
- Wähle im Hauptfenster einen freien Laufwerksbuchstaben (unter macOS und Linux einen Einhängepunkt).
- Klicke auf Datei und wähle deinen Container.
- Klicke auf Einbinden und gib das Passwort ein.
- Der Container erscheint als normales Laufwerk. Lege Dateien hinein wie gewohnt.
- Klicke nach der Arbeit auf Trennen. Erst dann ist der Inhalt wieder unzugänglich.
USB-Sticks und externe Festplatten
Über Volume erstellen → Nicht-System-Partition/Laufwerk verschlüsseln verschlüsselst du einen ganzen Datenträger. Dabei kannst du wählen, ob vorhandene Daten erhalten bleiben (langsamer) oder der Datenträger neu formatiert wird. Achte genau darauf, den richtigen Datenträger auszuwählen.
Versteckte Volumes: glaubhafte Abstreitbarkeit
Ein verstecktes Volume liegt innerhalb eines normalen VeraCrypt-Containers. Mit dem einen Passwort öffnet sich der äußere Container mit harmlosen Dateien, mit dem anderen der versteckte Bereich. Weil verschlüsselte Daten wie Zufall aussehen, lässt sich technisch nicht beweisen, dass ein versteckter Bereich existiert.
Wichtige Einschränkungen:
- Der äußere Container muss glaubwürdig genutzt werden. Ein angeblich unbenutzter Tresor mit Jahre alten Dateien wirkt verdächtig.
- Beim Beschreiben des äußeren Containers kann der versteckte Bereich überschrieben werden, wenn du ihn nicht mit der Schutzfunktion von VeraCrypt einbindest.
- Spuren im Betriebssystem – etwa zuletzt geöffnete Dateien – können verraten, dass es weitere Daten gibt.
Gute Gewohnheiten
- Passwort im Passwortmanager sichern; ohne Passwort sind die Daten verloren.
- Container nach Gebrauch trennen und den Rechner bei Kontrollen vollständig herunterfahren.
- Backups des Containers auf einem getrennten Datenträger anlegen.
- Aktuell bleiben: Neue Versionen schließen Sicherheitslücken, Version 1.26.29 etwa zwei.
Wie Festplattenverschlüsselung mit Bordmitteln funktioniert, erklärt Festplattenverschlüsselung einrichten.
Häufige Fragen
Ist VeraCrypt der Nachfolger von TrueCrypt?
Ja. VeraCrypt basiert auf dem Code von TrueCrypt, dessen Entwicklung 2014 eingestellt wurde, und hat zahlreiche Sicherheitsverbesserungen erhalten.
Brauche ich VeraCrypt, wenn BitLocker oder FileVault aktiv sind?
Für das Systemlaufwerk meist nicht. VeraCrypt ist sinnvoll für Container, die du zwischen Windows, macOS, Linux und Tails austauschen willst, und für externe Datenträger.
Kann ich einen VeraCrypt-Container in Tails öffnen?
Ja. Tails bringt eine Funktion zum Entsperren von VeraCrypt-Volumes mit.
Quellen
- VeraCryptVeraCrypt abgerufen am 20.10.2026
- Apple SupportProtect data on your Mac with FileVault abgerufen am 20.10.2026
- Microsoft SupportDevice encryption in Windows abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.
Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026