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Tails OS erklärt
Was Tails ist, wie das Live-System vom USB-Stick funktioniert, welche Programme es mitbringt, was der Persistent Storage ist und wo die Grenzen liegen.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Tails ist ein kostenloses Betriebssystem, das vom USB-Stick startet, alle Verbindungen über Tor leitet und beim Herunterfahren alles vergisst.
- Programme, die sich an Tor vorbei verbinden wollen, werden blockiert.
- Ein optionaler, verschlüsselter Persistent Storage speichert ausgewählte Daten dauerhaft auf dem Stick.
- Aktuell ist Tails 7.15 (13. Oktober 2026) auf Basis von Debian 13; Macs mit Apple-Chip werden nicht unterstützt.
Inhalt
Tails ist ein kostenloses Betriebssystem, das du von einem USB-Stick startest. Es leitet alle Internetverbindungen über das Tor-Netzwerk, blockiert Programme, die das umgehen wollen, und vergisst beim Herunterfahren alles. Dein eigentliches Betriebssystem auf der Festplatte bleibt unberührt. Tails wird vom Tor Project entwickelt; aktuell ist Version 7.15 vom 13. Oktober 2026.
Die drei Grundprinzipien
1. Amnesie: nichts bleibt zurück
Tails läuft ausschließlich im Arbeitsspeicher und schreibt nichts auf die Festplatte des Computers. Bei jedem Start beginnst du mit einem sauberen System; beim Herunterfahren wird alles gelöscht. Daher stammt der ursprüngliche Name „The Amnesic Incognito Live System“.
2. Alles über Tor
Sämtlicher Internetverkehr läuft über Tor. Programme, die versuchen, sich direkt mit dem Internet zu verbinden, werden blockiert. Damit sind Lecks, wie sie bei normalen Systemen durch fehlerhafte Programme oder geöffnete Dokumente entstehen können, technisch ausgeschlossen.
3. Unabhängig vom Computer
Weil Tails vom eigenen USB-Stick startet, kannst du es auf einem fremden oder gemeinsam genutzten Rechner verwenden, ohne Spuren auf dessen Festplatte zu hinterlassen.
Was Tails mitbringt
| Programm | Zweck |
|---|---|
| Tor Browser (mit uBlock) | Anonym surfen; in Tails 7.15 Version 15.0.25 |
| Thunderbird | E-Mail mit OpenPGP-Verschlüsselung |
| KeePassXC | Passwortmanager |
| LibreOffice | Textverarbeitung, Tabellen, Präsentationen |
| OnionShare | Dateien über Tor teilen |
| Metadata Cleaner | Metadaten aus Dateien entfernen |
| Kleopatra | Verwaltung von PGP-Schlüsseln (unter Apps) |
Persistent Storage: Was bleiben darf
Standardmäßig vergisst Tails alles. Wer bestimmte Dinge behalten möchte – Dokumente, Lesezeichen, E-Mail-Konten, WLAN-Passwörter oder zusätzliche Software –, kann auf dem USB-Stick einen Persistent Storage anlegen. Er ist mit einer Passphrase verschlüsselt, und du bestimmst selbst, was darin gespeichert wird.
Beim Start fragt Tails, ob du den Persistent Storage entsperren willst. Lässt du ihn gesperrt, startest du ein vollständig „vergessliches“ System.
Voraussetzungen
| Anforderung | Details |
|---|---|
| USB-Stick | Mindestens 8 GB, wird vollständig gelöscht |
| Prozessor | 64-Bit, Intel oder AMD (x86-64) |
| Arbeitsspeicher | Mindestens 3 GB (seit Tails 7.0) |
| Computer | Muss vom USB-Stick starten können; meist Geräte jünger als etwa zehn Jahre |
| Nicht unterstützt | Macs mit Apple-Chip (M-Serie), Smartphones, Tablets |
Tails 7 basiert auf Debian 13 („Trixie“) mit der Oberfläche GNOME. Die Installation dauert etwa eine halbe Stunde; die Anleitung steht unter Tails installieren.
Wer Tails nutzt
Tails richtet sich an alle, die Überwachung, Zensur und Tracking vermeiden wollen. Besonders verbreitet ist es bei Journalistinnen, ihren Quellen und Aktivisten. Das Whistleblower-System SecureDrop setzt Tails sowohl für Quellen als auch für Journalisten ein.
Die Grenzen von Tails
Die Entwickler benennen die Grenzen offen:
- Unsicherer Ausgangsrechner: Wird Tails von einem mit Schadsoftware infizierten Computer aus installiert, kann es manipuliert sein. Deshalb ist die Prüfung des Downloads wichtig.
- Manipulierte Hardware: Gegen Hardware-Keylogger oder eine manipulierte Firmware des Computers schützt Tails nicht.
- Tor-Sperren: In Ländern mit starker Zensur kann die Nutzung von Tor blockiert oder gefährlich sein. Bridges helfen, die Tor-Nutzung zu verbergen.
- Verhalten: Tails verhindert technische Lecks, aber nicht, dass du dich durch Anmeldungen oder Angaben selbst verrätst.
Wie sich Tails von Whonix und Qubes unterscheidet, zeigt Tails, Whonix und Qubes im Vergleich.
Häufige Fragen
Wofür steht Tails?
Ursprünglich für „The Amnesic Incognito Live System“: ein Live-System, das nichts behält (amnesic) und anonym (incognito) arbeitet.
Ist Tails legal?
Ja. Tails ist freie Software des Tor Project und in Deutschland legal nutzbar.
Kann ich Tails auf jedem Computer nutzen?
Auf den meisten Computern mit 64-Bit-Intel- oder AMD-Prozessor, die jünger als etwa zehn Jahre sind. Seit Tails 7.0 werden mindestens 3 GB Arbeitsspeicher benötigt. Macs mit Apple-Chip, Smartphones und Tablets werden nicht unterstützt.
Quellen
- Tails / Tor ProjectAbout Tails abgerufen am 20.10.2026
- Tor Project BlogNew Release: Tails 7.0 abgerufen am 20.10.2026
- Warp2SearchTails 7.15 Released: Tor Browser 15.0.25 and Security Updates abgerufen am 20.10.2026
- TailsInstall Tails from macOS abgerufen am 20.10.2026
- SecureDrop DocumentationWhat Is SecureDrop? abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026