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Signal, Session und SimpleX im Vergleich
Signal, Session und SimpleX im technischen Vergleich: Kennungen, Verschlüsselung, Forward Secrecy, Netzwerk und Metadaten – und was wofür passt.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Signal bietet die ausgereifteste Verschlüsselung und speichert kaum Metadaten, braucht aber zur Registrierung eine Telefonnummer.
- Session kommt ohne Telefonnummer aus, bietet derzeit aber keine Forward Secrecy; ein neues Protokoll wurde Ende 2025 angekündigt.
- SimpleX verzichtet ganz auf Benutzerkennungen; Kontakte entstehen über einmalige Links, Kontaktlisten liegen nur auf dem Gerät.
- Für die meisten Menschen ist Signal die beste Wahl, für pseudonyme Kommunikation SimpleX.
Inhalt
Signal, Session und SimpleX verschlüsseln alle Nachrichten Ende-zu-Ende, unterscheiden sich aber stark darin, wie viel sie über dich wissen. Signal hat die ausgereifteste Verschlüsselung, braucht aber eine Telefonnummer. Session kommt ohne Nummer aus, bietet derzeit aber keine Forward Secrecy. SimpleX verzichtet als einziger auf jede Benutzerkennung. Eine breitere Übersicht inklusive Threema und WhatsApp bietet Sichere Messenger im Überblick.
Der technische Vergleich
| Signal | Session | SimpleX | |
|---|---|---|---|
| Registrierung | Telefonnummer nötig | Keine Telefonnummer, keine E-Mail | Keine Kennung |
| Wie man gefunden wird | Telefonnummer oder Benutzername (seit 2024) | Zufällige, 66-stellige Kennung | Einmalige Einladungslinks oder QR-Codes |
| Forward Secrecy | Ja | Derzeit nein; mit neuem Protokoll angekündigt | Ja |
| Netzwerk | Zentrale Server von Signal | Dezentrales Netz aus rund 1.500 von der Community betriebenen Knoten | Server, die jeder betreiben kann; Kontakte liegen nur auf dem Gerät |
| Betreiber | Signal Foundation (USA) | Session Technology Foundation (Schweiz) | SimpleX Chat Ltd (Vereinigtes Königreich) |
| Gespeicherte Metadaten | Sehr wenige | Wenige | Sehr wenige |
| Unabhängige Prüfungen | Viele Jahre Forschung zum Signal-Protokoll | – | Audits durch Trail of Bits 2022 und 2024 |
| Nutzerbasis | Sehr groß | Mittel | Kleiner |
Signal
Das Signal-Protokoll gilt als Goldstandard der Messenger-Verschlüsselung und wird auch von anderen Diensten genutzt. Entscheidend für den Datenschutz ist, wie wenig Signal speichert: Laut der Freedom of the Press Foundation konnte Signal 2016 auf eine Behördenanfrage hin nur den Zeitpunkt der Kontoerstellung und der letzten Verbindung nennen.
Einschränkung: Für die Registrierung ist eine Telefonnummer nötig. Seit Februar 2024 ist sie standardmäßig für andere verborgen, und du kannst einen Benutzernamen teilen. Signal selbst kennt die Nummer aber weiterhin.
Session
Session entstand 2018 und wird seit 2024 von der Session Technology Foundation in der Schweiz entwickelt. Konten sind zufällige Kennungen; Nachrichten laufen über ein dezentrales Netzwerk, dessen Knoten Community-Mitglieder betreiben.
Einschränkung: Nach dem Wechsel vom Signal-Protokoll zu einem eigenen Protokoll bietet Session derzeit keine Forward Secrecy und keine abstreitbare Authentifizierung. Im Dezember 2025 kündigte das Projekt ein neues Protokoll an, das Forward Secrecy und quantenresistente Verschlüsselung bringen soll; die detaillierte Spezifikation sollte 2026 folgen. Prüfe vor der Nutzung den aktuellen Stand.
SimpleX
SimpleX ist nach eigenen Angaben das einzige Messaging-Netzwerk ohne jede Benutzerkennung – nicht einmal eine zufällige. Kontakte entstehen über Einladungslinks oder QR-Codes, Kontakt- und Gruppenlisten liegen nur auf deinem Gerät. Für die Server sehen Nachrichten wie Zufallsdaten aus, und jeder kann eigene Server betreiben. Das Sicherheitsunternehmen Trail of Bits hat SimpleX 2022 und 2024 geprüft.
Einschränkung: Die Nutzerbasis ist kleiner, und das Einladen von Kontakten ist etwas umständlicher als bei Signal.
Welcher Messenger für welches Risiko?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Vertraulich mit Familie, Freunden, Kollegen | Signal |
| Telefonnummer soll nicht mit dem Konto verbunden sein | SimpleX (oder Threema) |
| Pseudonyme Identität, die nicht mit dir verknüpft werden darf | SimpleX, kombiniert mit Tor und guter OPSEC |
| Session bereits im Einsatz | Prüfen, ob das neue Protokoll mit Forward Secrecy verfügbar ist |
Was kein Messenger leistet
Kein Messenger schützt vor einem kompromittierten Telefon, vor Screenshots durch den Empfänger oder vor unvorsichtigen Angaben im Chat. Und auch ohne Telefonnummer können Zahlungsdaten, App-Store-Konten oder die IP-Adresse eine Verbindung zu dir herstellen. Wie du solche Verknüpfungen vermeidest, erklärt OPSEC-Grundlagen.
Häufige Fragen
Welcher der drei ist am anonymsten?
SimpleX, weil es keine dauerhafte Kennung gibt und die Server keine Kontaktlisten speichern. Session kommt ebenfalls ohne Telefonnummer aus, nutzt aber eine dauerhafte Kennung. Signal ist an eine Telefonnummer gebunden.
Kann ich Signal über Tor nutzen?
Signal bietet keine eingebaute Tor-Unterstützung. Unter Android lässt sich der Verkehr mit Orbot über Tor leiten; das verbirgt deine IP-Adresse gegenüber Signal, nicht aber die Telefonnummer des Kontos.
Warum ist Forward Secrecy wichtig?
Ohne Forward Secrecy kann jemand, der später an deine Schlüssel gelangt, frühere mitgeschnittene Nachrichten entschlüsseln. Mit Forward Secrecy bleiben alte Nachrichten geschützt.
Quellen
- SignalKeep your phone number private with Signal usernames abgerufen am 20.10.2026
- WikipediaSession (software) abgerufen am 20.10.2026
- CoinspeakerSession adds quantum-resistant encryption (Protocol V2) abgerufen am 20.10.2026
- SimpleX ChatSimpleX Chat abgerufen am 20.10.2026
- Freedom of the Press FoundationMetadata 102 abgerufen am 20.10.2026
- Guardian ProjectOrbot abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026