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Bundeslagebild Cybercrime 2025: die Analyse
Was das Bundeslagebild Cybercrime 2025 des BKA zeigt: 334.000 Fälle, mehr Ransomware und DDoS, weniger zahlende Opfer, KI – und was die Zahlen verschweigen.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Das BKA registrierte 2025 rund 334.000 Cybercrime-Fälle; das tatsächliche Ausmaß ist wegen des großen Dunkelfelds deutlich höher.
- Ransomware-Angriffe stiegen um rund 10 Prozent auf 1.041, DDoS-Angriffe um 25 Prozent auf 36.706.
- Gemeldete Lösegeldzahlungen lagen bei rund 15,5 Millionen US-Dollar – weniger Opfer zahlen, aber die einzelnen Beträge steigen.
- Neu im Fokus: Künstliche Intelligenz als Werkzeug für Angreifer und Verteidiger.
Inhalt
Das Bundeskriminalamt hat am 12. Mai 2026 das Bundeslagebild Cybercrime 2025 vorgestellt. Die Kernbotschaft: Cyberkriminalität bleibt auf hohem Niveau, schwere Angriffe auf Unternehmen, Behörden und kritische Infrastruktur nehmen zu. Gleichzeitig zeigt sich ein positiver Trend – immer weniger Opfer zahlen Lösegeld.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | Entwicklung |
|---|---|---|
| Registrierte Cybercrime-Fälle | rund 334.000 | hohes Niveau, großes Dunkelfeld |
| Ransomware-Angriffe | 1.041 | rund +10 % |
| Gemeldete Lösegeldzahlungen | rund 15,5 Mio. US-Dollar | weniger zahlende Opfer, höhere Einzelbeträge |
| DDoS-Angriffe | 36.706 | +25 % |
| Phishing-Mails (Verbraucherzentrale NRW) | 382.470 | rund −10 % |
Die fünf wichtigsten Befunde
1. Mehr schwere Angriffe
Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nehmen schwerwiegende Angriffe und Attacken auf Unternehmen, Behörden und kritische Infrastruktur zu, ebenso Angriffe mit Schadsoftware. Die Zahl der registrierten Fälle sagt dabei wenig über die Schwere aus: Ein einzelner Ransomware-Angriff kann ein ganzes Krankenhaus lahmlegen.
2. Ransomware: mehr Angriffe, weniger Zahlungen
Die Zahl der Ransomware-Angriffe stieg um rund zehn Prozent. Gleichzeitig zahlten weniger Opfer – das BKA wertet das als Zeichen höherer Widerstandsfähigkeit. Das deckt sich mit internationalen Zahlen: Laut Chainalysis zahlten 2025 weltweit nur noch 28 Prozent der Opfer, ein Rekordtief. Die durchschnittlichen Lösegeldbeträge stiegen dagegen. Mehr dazu: Ransomware-Lage 2025.
3. DDoS als Werkzeug von Hacktivisten
Überlastungsangriffe stiegen um ein Viertel. Sie sind laut BKA die bevorzugte Methode hacktivistischer Gruppen. Besonders betroffen waren Behörden und Verwaltungen sowie Transport- und Logistikunternehmen. DDoS-Angriffe richten meist weniger dauerhaften Schaden an als Ransomware, können aber Dienste für Bürgerinnen und Bürger stunden- oder tagelang unerreichbar machen.
4. Phishing bleibt das Einfallstor
Phishing bleibt laut Lagebild ein beliebter Einstieg für Angriffe. Die Verbraucherzentrale NRW registrierte 382.470 Phishing-Mails, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr – weiterhin ein hohes Niveau. Wie du dich schützt, erklärt Social Engineering erkennen.
5. Künstliche Intelligenz
Kriminelle nutzen KI-Werkzeuge, um Angriffe effizienter und professioneller zu machen – etwa für glaubwürdigere Phishing-Nachrichten. Gleichzeitig betont das Lagebild, dass KI auch Verteidigern hilft, Schwachstellen früh zu erkennen.
Was die Zahlen nicht zeigen
- Das Dunkelfeld: Viele Taten werden nicht angezeigt, etwa weil Unternehmen Reputationsschäden fürchten oder Privatpersonen den Aufwand scheuen.
- Taten aus dem Ausland: Ein großer Teil der Angriffe auf Deutschland wird von Tätern im Ausland begangen. Sie sind schwerer zu erfassen und noch schwerer zu verfolgen.
- Den wirtschaftlichen Schaden: Das Bundeslagebild nennt außer den Lösegeldzahlungen keine Gesamtschadenssumme. Der Bitkom beziffert die Schäden der Wirtschaft durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage für 2026 auf mindestens 211 Milliarden Euro, rund drei Viertel davon durch Cyberangriffe.
Einordnung
Das Bundeslagebild 2025 zeigt zwei Entwicklungen zugleich: Die Angriffe werden zahlreicher und professioneller, die Verteidigung aber auch besser. Dass weniger Opfer zahlen, ist ein Erfolg von Backups, Notfallplänen und Aufklärung – und ein Signal, dass sich Investitionen in Sicherheit lohnen. Einen Überblick über alle Kennzahlen bietet Cybercrime in Deutschland: das Lagebild.
Häufige Fragen
Wann wurde das Bundeslagebild 2025 veröffentlicht?
Am 12. Mai 2026. Vorgestellt wurde es von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und BKA-Vizepräsidentin Martina Link.
Warum sind die Zahlen so viel niedriger als in Studien zur Wirtschaft?
Das Bundeslagebild erfasst vor allem Fälle, die der Polizei bekannt werden. Viele Taten werden nie angezeigt. Studien wie die des Bitkom befragen Unternehmen zu ihren Schäden und kommen deshalb auf andere Größenordnungen.
Wo finde ich den vollständigen Bericht?
Auf der Website des Bundeskriminalamts. Die Bundesregierung hat zusätzlich eine Zusammenfassung veröffentlicht.
Quellen
- BundesregierungBundeslagebild Cybercrime 2025: Internetkriminalität auf hohem Niveau abgerufen am 20.10.2026
- beck-aktuellBKA veröffentlicht neues Bundeslagebild abgerufen am 20.10.2026
- BitkomWirtschaftsschutz 2026 – Präsentation abgerufen am 20.10.2026
- BleepingComputer (zu Chainalysis)Ransomware payment rate drops to record low despite attack surge abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026